Durchblick

veröffentlicht von Esmeralda, 1 Kommentar
Eine Brille ist was schönes!

Vor den Pfingstferien sprach mein Jüngster, er hätte Probleme in der Schule; was an der Tafel stehe, sehe er kaum, ganz schlimm werde es, wenn einer der Lehrer mit einem Tageslicht-Projektor arbeite, da könne er garnichts mehr erkennen. Also nichts wie zum Kinderarzt, einmal Ü-Augen[1], bitte.

Nach den Pfingstferien war's dann endlich soweit, wir waren beim Augenarzt. Den Großen haben wir gleich mitgenommen, weil's in einem hergeht, der kennt das aber schon und war deshalb alleine beim Arzt. Beim Kleinen durfte ich mit. Die Ärztin hält ihm also diesen tollen Apparat vor die Nase, schnippt mit dem Schalter, an der Wand erscheinen Zahlen, die ich ohne Brille problemlos sehen könnte, aber der Kleine spricht: "Ich seh' nix."

Das Ende vom Lied waren dann -1,50 Dioptrien einerseits, -1,75 andererseits. Des Großen Augen waren auch schlechter geworden, also nix wie nach nebenan zu Fielmann und Brillen ausgesucht.

Gestern hab' ich die Brillen abgeholt[2] und dem Lütten die Brille auf die Nase geschubst, als ich heimkam. Nachdem wir noch einen Termin bei der Kinderärztin hatten[3], sind wir erstmal zu einem Spaziergang zur Bushaltestelle losgedüst.

Unterwegs hat mir der Kleine dann erstmal erzählt, was er alles sieht und hörte nicht auf zu sabbeln, unglaublich. Der Kerl war überglücklich und hat mir wirklich jeden als solchen erkannten Grashalm bis ins Detail beschrieben. Auf dem Rückweg von der Ärztin haben wir dann Autoschilderraten veranstaltet und er hat es ja so sehr genossen![4]

Wie viel so eine Brille doch ausmacht und wie sehr die Einschränkung der Sehfähigkeit uns doch behindert! Nachdem sich diese Fehlsichtigkeit bei meinem Sohnemann sehr schnell entwickelt hat (am Schuljahresanfang konnte er noch Straßenschilder lesen, auf denen ich selbst mit Brille nur weisses Gewusel mit Dunkelblau dazwischen gesehen habe), rate ich jetzt natürlich allen Eltern: Laßt die Augen euerer Kinder in regelmäßigen Abständen nachsehen! Und verlaßt euch nicht darauf, dass die Lehrer euch davon erzählen, dass euer Kind wie ein Volldepp im Unterricht dasteht, weil es nichts sieht. Sie tun's nicht, es ist nämlich nicht ihre Aufgabe.

[1]Überweisung zum Augenarzt
[2]Man frage mich nicht nach dem Preis, ich hab' gedacht, ich spinn'!
[3]Plattfüße; Einlagen gibt's dann also auch noch. Toll!
[4]Was heißt FÜ? - Fahrer übt! Was ist N-EG? - Ein Halbneger. Wer wohnt in TBB? - Aaaaahhhh, der ist alt. Aber ein Elfjähriger kann über sowas noch lachen. ;o)

Kommentare

Sven

schrieb am

Die Story kenn' ich. Einschulungstest: "Erzähl mal, was da auf dem Bild zu sehen ist." Stammel... Fragt meine Mutter hinterher: "Was war denn los, warum hast du so wenig gesagt?" "Das war alles so schwer zu erkennen."

Ab zum Augenarzt. Brille, weitsichtig. Klar, dass da ein Bild auf Armeslänge schwer zu erkennen ist.

Komm ich mit der neuen Brille nach Hause und seh' die Täfelbretter im Flur: "Guck mal, Mama, das Holz hat ja Maserung!" Das war für mich vorher nur eine einheitlich braune Fläche gewesen.

In der Schule selbst wär' meine Weitsichtigkeit vermutlich weniger aufgefallen. Weitsichtigkeit behindert die Fernsicht ja nicht, aber Fokussieren auf dichte Gegenstände ab einer gewissen Nähe klappt halt nicht. Kurzsichtige hingegen sind richtig angemeiert, bei denen fehlt ab einer gewissen Entfernung bis zu "unendlich" die komplette Fernsicht.

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